Allergietest beim Hund: Was wirklich hilft, wenn du eine Futtermittelallergie vermutest
Beantworte ein paar Fragen zu Symptomen und Futter deines Hundes, und du bekommst eine Liste, was du mit deiner Tierarztpraxis besprechen solltest.

Zuerst eine wichtige Frage: Trifft eines davon zu?
Mehrere Antworten möglich.
Dieser Check ersetzt keine Untersuchung
So funktioniert der Check
Der Check folgt festen Regeln, keine KI. Er fragt nach Symptomen, Dauer, Jahreszeit, Futter und Leckerlis und nach Warnzeichen. Daraus entsteht kein Urteil über dein Tier, sondern eine geordnete Liste: Was spricht eher für das Futter, was eher für etwas anderes, welche Fragen solltest du der Tierarztpraxis stellen und welche Eiweißquellen dein Hund schon bekommen hat. Das spart beim Termin Zeit und hilft bei der Wahl einer passenden Ausschlussdiät.
- Einen ersten Teil deines Ergebnisses siehst du sofort. Den Rest schaltest du mit Vorname und E-Mail-Adresse frei.
- Dann bekommst du die vollständige Liste zum Mitnehmen in die Praxis zusätzlich per E-Mail.
- Wenn du Warnzeichen angibst, steht der Hinweis auf die Tierarztpraxis im Ergebnis ganz oben.
Futtermittelallergie beim Hund: was man sicher weiß
Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf einen bestimmten Bestandteil im Futter, meist ein Eiweiß. Daneben gibt es Unverträglichkeiten, bei denen das Immunsystem nicht beteiligt ist. Für dich als Halter sehen beide oft ähnlich aus, und der Weg zur Klärung ist derselbe.
Typische Anzeichen
- Juckreiz, oft an Pfoten, Ohren, Bauch, Achseln oder um den After, häufig das ganze Jahr über
- wiederkehrende Ohrentzündungen
- gerötete Haut, Lecken und Knabbern an den Pfoten
- Verdauungsprobleme wie weicher Kot, häufiger Kotabsatz, Blähungen oder Erbrechen
Keines dieser Zeichen ist eindeutig. Viele Hunde mit Juckreiz haben eine Umweltallergie, etwa gegen Hausstaubmilben oder Pollen, oder eine Flohspeichelallergie. Wenn die Beschwerden vor allem im Frühjahr und Sommer auftreten, spricht das eher für eine Umweltallergie. Eine Futtermittelallergie macht in der Regel das ganze Jahr Beschwerden. Beides kann aber auch gleichzeitig vorkommen.
Häufige Auslöser
In Untersuchungen werden bei Hunden am häufigsten Rind, Milchprodukte, Huhn und Weizen als Auslöser genannt. Das liegt auch daran, dass diese Zutaten in sehr vielen Futtersorten stecken. Ein Hund kann grundsätzlich auf jedes Eiweiß reagieren, das er schon oft gefressen hat. Getreidefreies Futter ist deshalb nicht automatisch besser verträglich.
Warum ein Allergietest aus dem Blut wenig hilft
Wer nach „Allergietest Hund“ sucht, hofft meist auf eine schnelle Antwort aus dem Labor. Bei Futtermittelallergien gelten Bluttests unter Fachleuten für Tiermedizin aber als wenig aussagekräftig. Der Grund: Sie messen Antikörper gegen bestimmte Futterbestandteile. Viele gesunde Hunde haben solche Antikörper, ohne krank zu sein, und manche Hunde mit echter Futtermittelallergie zeigen im Test nichts Auffälliges. Das Ergebnis kann also in beide Richtungen in die Irre führen.
Noch weniger verlässlich sind Haar- oder Speicheltests, die online angeboten werden. Für sie gibt es keine wissenschaftliche Grundlage, die eine Diagnose stützt. Für Umweltallergien sind Haut- und Bluttests dagegen ein übliches Werkzeug, allerdings erst, wenn die Diagnose schon gestellt ist und es um die Behandlung geht.
Der anerkannte Weg, eine Futtermittelallergie festzustellen, ist eine Ausschlussdiät mit anschließender Provokation. Das klingt aufwendiger als ein Test, ist aber der einzige Weg, der eine belastbare Antwort gibt.
Grundlagen der Ausschlussdiät
Plane die Ausschlussdiät gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis. Vorher sollten andere Ursachen wie Flöhe, Milben oder Hautinfektionen behandelt sein, sonst lässt sich das Ergebnis nicht deuten. Ausführlich erklären wir den Ablauf im Ratgeber hypoallergenes Hundefutter und Ausschlussdiät.
- Futter wählen. Entweder eine Eiweißquelle und eine Kohlenhydratquelle, die dein Hund noch nie gefressen hat, oder ein spezielles Futter mit stark aufgespaltenem Eiweiß aus der Tierarztpraxis. Deshalb ist die Liste der bisherigen Eiweißquellen so wichtig.
- Konsequent bleiben. Für die Dauer der Diät gibt es nichts anderes. Keine Leckerlis, keine Kauknochen, keine Reste vom Tisch, keine aromatisierten Kautabletten, ohne Rücksprache auch keine Zahnpflege-Snacks.
- Lange genug durchhalten. Bei Hautproblemen sind meist mindestens acht Wochen nötig, bis man eine Veränderung sicher beurteilen kann. Verdauungsbeschwerden bessern sich oft früher.
- Tagebuch führen. Juckreiz, Kot, Ohren und alles, was dein Hund außer der Reihe gefressen hat.
- Provokation. Wenn es deutlich besser geworden ist, wird das frühere Futter wieder gegeben. Kommen die Beschwerden zurück, bestätigt das den Verdacht. Danach testet ihr einzelne Zutaten, um die Auslöser einzugrenzen.
| Phase | Dauer als Faustregel | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Umstellung | einige Tage | langsam mischen, wenn die Praxis es empfiehlt |
| Ausschlussdiät | meist mindestens 8 Wochen | nichts anderes füttern, Tagebuch führen |
| Provokation mit altem Futter | bis zu etwa 2 Wochen | kommen Beschwerden zurück, oft schon nach Tagen |
| Einzelne Zutaten testen | je Zutat bis zu etwa 2 Wochen | nur eine neue Zutat auf einmal |
Typische Fehler bei Allergieverdacht
- Ständig das Futter wechseln. Jede neue Sorte bringt neue Zutaten mit. Am Ende ist kaum noch etwas übrig, das sich für eine Ausschlussdiät eignet.
- Leckerlis vergessen. Viele Diäten scheitern an einem Kauartikel oder an Leckerlis mit Huhn, die niemand mitgezählt hat.
- Zu früh aufgeben. Nach zwei oder drei Wochen ist bei Hautproblemen meist noch nichts zu sehen.
- Sich auf „hypoallergen“ auf der Packung verlassen. Der Begriff ist nicht geschützt. Entscheidend ist, was drinsteckt und was dein Hund schon kennt.
- Einem Haar- oder Speicheltest vertrauen. Er kann dazu führen, dass du die falschen Zutaten weglässt.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Ist ein Allergietest beim Hund sinnvoll?
Bei Verdacht auf Futtermittelallergie gelten Bluttests als wenig aussagekräftig, weil sie oft auffällig sind, obwohl der Hund das Futter verträgt, und umgekehrt. Der anerkannte Weg ist eine Ausschlussdiät, die du mit der Tierarztpraxis planst. Bei Umweltallergien können Haut- oder Bluttests helfen, eine Behandlung auszuwählen.
Was kostet ein Allergietest beim Hund?
Die Preise sind je nach Labor, Umfang und Praxis sehr unterschiedlich. Frag deine Tierarztpraxis vorher nach den Kosten und danach, ob der Test für deine Frage überhaupt etwas aussagt. Bei Futtermittelallergien ist das meist nicht der Fall.
Wie kann ich eine Futtermittelunverträglichkeit beim Hund testen?
Mit einer Ausschlussdiät: Für mindestens acht Wochen bekommt dein Hund nur Futter mit Zutaten, die er noch nicht kennt, oder ein spezielles Futter aus der Tierarztpraxis. Wird es besser und kommen die Beschwerden mit dem alten Futter zurück, ist der Verdacht bestätigt.
Mein Hund hat Juckreiz. Liegt es am Hundefutter?
Das kann sein, ist aber nicht die häufigste Ursache. Flöhe, Milben, Hautinfektionen und Umweltallergien kommen häufiger vor. Lass den Juckreiz zuerst in der Tierarztpraxis anschauen, bevor du das Futter umstellst.
Welche Eiweißquellen eignen sich für eine Ausschlussdiät?
Eine, die dein Hund noch nie gefressen hat. Welche das ist, hängt von seinem bisherigen Futter ab, auch von Leckerlis und Kauartikeln. Deshalb fragt der Check danach. Alternativ gibt es Futter mit stark aufgespaltenem Eiweiß aus der Tierarztpraxis.
Wie lange dauert eine Ausschlussdiät beim Hund?
Bei Hautproblemen meist mindestens acht Wochen, danach folgt die Provokation mit dem alten Futter. Verdauungsprobleme bessern sich oft früher. Die genaue Dauer legt deine Tierarztpraxis fest.
Hilft hypoallergenes Hundefutter gegen Allergien?
Nur, wenn es keine Zutaten enthält, auf die dein Hund reagiert. „Hypoallergen“ ist kein geschützter Begriff. Für eine Ausschlussdiät eignen sich Futter mit einer neuen Eiweißquelle oder mit stark aufgespaltenem Eiweiß, abgestimmt mit der Tierarztpraxis.
Gibt es Hausmittel gegen Allergie beim Hund?
Hausmittel können den Juckreiz kurz lindern, die Ursache finden sie nicht. Manche, etwa ätherische Öle, können Hunden sogar schaden. Sprich vorher mit deiner Tierarztpraxis und konzentriere dich auf die Suche nach dem Auslöser.