Futterumstellung beim Hund: so wechselst du das Futter schonend
Stell das Futter deines Hundes schrittweise um: Misch über etwa eine Woche einen immer größeren Anteil des neuen Futters unter das alte, bei empfindlichen Hunden über zwei Wochen oder länger. Wird der Kot weich, bleib bei der letzten Stufe. Bei Blut im Stuhl oder Erbrechen geh zur Tierarztpraxis.
Zuletzt aktualisiert am
Auf dieser Seite
- Wie stelle ich das Futter meines Hundes richtig um?
- Futterumstellung: der Plan für die Übergangszeit
- Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?
- Von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen: was ist anders?
- Kann ich meinen Hund auf BARF umstellen?
- Welpenfutter umstellen: worauf achten?
- Futter umstellen bei älteren oder kranken Hunden
- Ausschlussdiät: warum hier anders umgestellt wird
- Welche Nebenwirkungen sind bei einer Futterumstellung normal?
- Mein Hund frisst das neue Futter nicht: was tun?
- Wie oft sollte man das Hundefutter wechseln?
Wie stelle ich das Futter meines Hundes richtig um?
Die Verdauung deines Hundes stellt sich auf das ein, was er jeden Tag frisst. Ein neues Futter bringt andere Eiweiße, andere Fette und andere Ballaststoffe mit, und der Darm braucht ein paar Tage, um damit gut umzugehen. Wer von heute auf morgen wechselt, riskiert deshalb weichen Kot, Blähungen oder einen grummelnden Bauch.
Der schonende Weg ist ein gleitender Übergang. Du mischst anfangs nur einen kleinen Teil des neuen Futters unter das gewohnte und erhöhst den Anteil in mehreren Stufen, bis dein Hund nur noch das neue frisst. Die Gesamtmenge bleibt dabei gleich, du tauschst nur das Verhältnis.
Wichtig ist, dass du bei jeder Stufe hinschaust: Wie sieht der Kot aus, wie frisst er, wie wirkt er insgesamt? Dein Hund gibt das Tempo vor, nicht der Kalender. Läuft alles gut, gehst du weiter. Gibt es Probleme, wartest du ab oder gehst einen Schritt zurück.
Futterumstellung: der Plan für die Übergangszeit
Ein einheitliches Schema gibt es nicht. Verbreitet ist ein Übergang in vier Stufen, die du je nach Hund schneller oder langsamer durchläufst. Die Tabelle zeigt ein Beispiel. Die Tageszahlen sind Richtwerte, keine Vorschrift.
| Stufe | Neues Futter | Bisheriges Futter | Gesunder, robuster Hund | Empfindlicher Magen |
|---|---|---|---|---|
| 1 | etwa ein Viertel | etwa drei Viertel | 1 bis 2 Tage | 3 bis 4 Tage |
| 2 | etwa die Hälfte | etwa die Hälfte | 1 bis 2 Tage | 3 bis 4 Tage |
| 3 | etwa drei Viertel | etwa ein Viertel | 1 bis 2 Tage | 3 bis 4 Tage |
| 4 | alles | nichts mehr | ab etwa Tag 7 | ab etwa Tag 14 oder später |
Ein praktischer Tipp: Wiege beide Futter getrennt ab, statt nach Gefühl zu schöpfen. Gerade bei kleinen Hunden machen ein paar Gramm schon einen großen Unterschied. Und kauf das neue Futter erst in einer kleinen Packung, bis du weißt, dass dein Hund es gut verträgt.
Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?
Für gesunde Hunde nennen viele Fachquellen etwa eine Woche. Der American Kennel Club spricht zum Beispiel von fünf bis sieben Tagen und weist darauf hin, dass Hunde mit empfindlichem Magen, Futtermittelallergie oder Magen-Darm-Erkrankungen mehr Zeit brauchen können. Ob dein Hund eher zur ersten oder zur zweiten Gruppe gehört, weißt du meist selbst.
Diese Punkte sprechen für einen langsameren Wechsel:
- Dein Hund hatte schon öfter Durchfall oder weichen Kot nach neuen Leckerlis.
- Das neue Futter unterscheidet sich stark vom alten, etwa beim Wechsel von Trockenfutter zu frischem Fleisch.
- Er ist sehr jung, schon älter oder hat eine bekannte Erkrankung.
- Gleichzeitig ist viel los: Umzug, Urlaub, Pension, Besuch. Stress schlägt vielen Hunden auf den Magen. Plane die Umstellung lieber für ruhige Wochen.
Von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen: was ist anders?
Nassfutter besteht zum großen Teil aus Wasser. Die gleiche Schüssel voll liefert deshalb deutlich weniger Energie als Trockenfutter. Wenn du einfach dieselbe Menge abfüllst, bekommt dein Hund beim Wechsel zu Nassfutter zu wenig und beim Wechsel zu Trockenfutter zu viel. Richte dich nach den Fütterungsangaben auf der Packung und behalte das Gewicht deines Hundes in den ersten Wochen im Auge.
Auch der Durst ändert sich. Ein Hund, der Trockenfutter bekommt, trinkt normalerweise mehr als einer mit Nassfutter. Frisches Wasser muss in beiden Fällen jederzeit bereitstehen. Achte außerdem auf die Bezeichnung auf der Packung: Nur ein Alleinfuttermittel ist dafür gedacht, deinen Hund allein zu ernähren. Ein Ergänzungsfuttermittel deckt den Bedarf nicht vollständig.

Kann ich meinen Hund auf BARF umstellen?
Ja, aber der Wechsel zu roher Fütterung ist mehr als ein Futterwechsel. Du stellst eine Ration selbst zusammen, und damit trägst du auch die Verantwortung, dass alle Nährstoffe stimmen. Viele beginnen mit einer einzigen frischen Mahlzeit am Tag und behalten die zweite noch eine Weile beim gewohnten Futter. So siehst du, wie dein Hund das neue Futter verträgt.
Lass die Ration vorab von einer Tierärztin mit Schwerpunkt Tierernährung berechnen, besonders bei Welpen und Hunden mit Vorerkrankungen. Achte außerdem auf Küchenhygiene, denn rohes Fleisch kann Keime tragen, die auch Menschen krank machen. Alles Wichtige dazu steht im Ratgeber BARF für Anfänger.
Welpenfutter umstellen: worauf achten?
Der Einzug ist für einen Welpen aufregend genug. Füttere in den ersten Tagen deshalb das Futter weiter, das er beim Züchter oder im Tierheim bekommen hat, und frag beim Abholen ruhig nach einer kleinen Menge zum Mitnehmen. Wenn du später wechseln möchtest, tust du das erst, wenn er gut angekommen ist, und dann in kleinen Schritten.
Welpen wachsen und haben deshalb einen anderen Nährstoffbedarf als erwachsene Hunde. Ihr Futter sollte ausdrücklich für Welpen oder für das Wachstum gedacht sein, und Zusätze wie Mineralpulver gibst du nur nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis. Wann der Wechsel auf ein Futter für erwachsene Hunde passt, hängt von der erwarteten Endgröße ab. Frag dazu am besten in der Tierarztpraxis nach. Was in welchem Alter sonst noch ansteht, zeigt dir der Welpen-Wochenplan.
Futter umstellen bei älteren oder kranken Hunden
Ältere Hunde reagieren oft empfindlicher auf Veränderungen. Gib ihnen mehr Zeit für jede Stufe. Wenn die Tierarztpraxis ein Diätfutter empfiehlt, etwa wegen einer Nierenerkrankung oder Übergewicht, besprich dort auch, wie schnell du wechseln sollst. Manche Diäten wirken nur, wenn der Hund nichts anderes dazu bekommt.
Ausschlussdiät: warum hier anders umgestellt wird
Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie gilt eine Ausnahme. In einer Ausschlussdiät soll dein Hund für mehrere Wochen nur noch Zutaten bekommen, die er nicht kennt, oder ein besonders aufbereitetes Diätfutter. Ein langer Übergang mit dem alten Futter würde das Ergebnis verwischen, weil die verdächtigen Zutaten weiter im Napf landen.
Wie der Wechsel in diesem Fall abläuft, legst du mit der Tierarztpraxis fest. Häufig wird dann zügiger umgestellt. Was dabei zu beachten ist und warum Leckerlis in dieser Zeit tabu sind, liest du im Ratgeber Hypoallergenes Hundefutter und Ausschlussdiät.
Welche Nebenwirkungen sind bei einer Futterumstellung normal?
Ein paar Tage etwas weicherer Kot, eine veränderte Kotmenge oder mehr Blähungen kommen bei vielen Hunden vor. Das spricht nicht gegen das neue Futter. Es zeigt nur, dass sich die Verdauung noch einstellt. Anders sieht es aus, wenn dein Hund deutlich krank wirkt.
| Was du beobachtest | Einschätzung | Was du tust |
|---|---|---|
| Kot etwas weicher, sonst munter | häufig und meist harmlos | auf der aktuellen Stufe bleiben, bis es sich bessert |
| Mehr Blähungen | häufig in den ersten Tagen | langsamer steigern |
| Mehr oder weniger Kot als vorher | normal bei anderer Zusammensetzung | beobachten, Gewicht im Blick behalten |
| Durchfall über mehrere Tage | nicht mehr normal | einen Schritt zurück, Tierarztpraxis anrufen |
| Erbrechen, Blut im Kot, Schlappheit | Warnzeichen | umgehend in die Tierarztpraxis |
| Juckreiz, Pfotenlecken, Ohrprobleme nach dem Wechsel | kann mit dem Futter zusammenhängen | Tierarztpraxis, Futterallergie abklären lassen |
Mein Hund frisst das neue Futter nicht: was tun?
Manche Hunde sind bei neuem Futter misstrauisch. Das ist kein Grund zur Sorge, solange dein Hund munter ist und nicht länger als einen Tag ganz verweigert. Ein paar Dinge helfen:
- Kleiner anfangen. Wenn er die Mischung aussortiert, nimm einen noch kleineren Anteil des neuen Futters.
- Feste Zeiten. Stell den Napf für eine Viertelstunde hin und räum ihn dann weg. Futter, das den ganzen Tag herumsteht, wird uninteressant.
- Keine Extras. Wer verweigert und dafür Wurst bekommt, lernt schnell, dass Warten sich lohnt.
- Etwas anwärmen. Nassfutter auf Zimmertemperatur riecht intensiver als aus dem Kühlschrank.
Verweigert ein Hund das Futter komplett, frisst ein Welpe eine Mahlzeit nicht oder kommen weitere Beschwerden hinzu, ruf in der Tierarztpraxis an. Appetitlosigkeit kann auch ein Zeichen für Schmerzen oder eine Erkrankung sein.

Wie oft sollte man das Hundefutter wechseln?
Wenn dein Hund ein vollwertiges Futter gut verträgt, sein Gewicht hält und ein glänzendes Fell hat, musst du nicht wechseln. Abwechslung ist für Hunde weniger wichtig, als viele Menschen glauben. Häufige Wechsel ohne Grund bringen eher Unruhe in die Verdauung.
Gute Gründe für einen Wechsel sind ein neuer Lebensabschnitt, eine Empfehlung der Tierarztpraxis, Unverträglichkeiten oder ein Futter, das nicht mehr erhältlich ist. Wenn du unsicher bist, welches Futter zu deinem Hund passt, kann eine Ernährungsberatung helfen. Wie die Wege zu einer Beratung aussehen, steht auf der Seite Ernährungsberatung für Hunde.
Quellen
- American Kennel Club: How to Switch Dog Foods the Right Way, Dauer eines Futterwechsels und längere Übergänge bei empfindlichen Hunden. Geprüft am 12.10.2026.
- Bundesinstitut für Risikobewertung: STEC/EHEC-Infektionen durch Lebensmittel, Fragen und Antworten, Abschnitt zu Haustieren und roher Fütterung. Geprüft am 12.10.2026.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?
Bei gesunden Hunden meist etwa eine Woche. Bei empfindlichem Magen, bekannten Unverträglichkeiten oder einem sehr unterschiedlichen neuen Futter plane zwei Wochen oder mehr ein. Entscheidend ist, wie dein Hund das neue Futter verträgt.
Wie stelle ich Hundefutter richtig um?
Misch anfangs etwa ein Viertel neues Futter unter das alte und erhöh den Anteil in Stufen, bis er nur noch das neue frisst. Die Gesamtmenge bleibt gleich. Wird der Kot weich, bleibst du länger auf der aktuellen Stufe.
Ist Durchfall bei einer Futterumstellung normal?
Etwas weicherer Kot für ein paar Tage kommt häufig vor. Richtiger Durchfall über mehrere Tage, Erbrechen, Blut im Kot oder Schlappheit sind dagegen Warnzeichen. Dann gehst du einen Schritt zurück und rufst in der Tierarztpraxis an.
Kann ich das Hundefutter abrupt umstellen?
Bei gesunden Hunden geht das oft gut, die Verdauung reagiert aber häufiger mit weichem Kot. Eine Ausnahme ist die Ausschlussdiät bei Allergieverdacht: Dort legt die Tierarztpraxis fest, wie schnell umgestellt wird.
Wie stelle ich von Trockenfutter auf Nassfutter um?
Genauso schrittweise wie bei jedem anderen Wechsel. Achte aber auf die Menge: Nassfutter enthält viel Wasser und deutlich weniger Energie pro Gramm. Halte dich an die Angaben auf der Packung und kontrollier das Gewicht.
Wie stelle ich meinen Hund auf BARF um?
Viele ersetzen zuerst eine Mahlzeit am Tag durch eine frische Ration und behalten die zweite noch beim gewohnten Futter. Lass die Ration vorher von einer Tierärztin mit Schwerpunkt Tierernährung berechnen und achte auf Küchenhygiene.
Was tun, wenn mein Hund das neue Futter nicht frisst?
Nimm einen kleineren Anteil, biete es zu festen Zeiten an und räum den Napf nach einer Viertelstunde weg. Gib keine Extras als Ersatz. Frisst er gar nicht mehr oder wirkt er krank, ruf in der Tierarztpraxis an.
Wie oft sollte man das Hundefutter wechseln?
Nicht öfter als nötig. Wenn dein Hund ein vollwertiges Futter gut verträgt, gibt es keinen Grund für regelmäßige Wechsel. Sinnvoll ist ein Wechsel bei einem neuen Lebensabschnitt, auf Rat der Tierarztpraxis oder bei Unverträglichkeiten.
