Nasenarbeit beim Hund: Suchspiele Schritt für Schritt, von der Futtersuche bis zum Geruch

Nasenarbeit heißt, dass dein Hund auf ein Signal hin gezielt mit der Nase sucht: erst Futter, dann ein Spielzeug, einen Menschen oder einen bestimmten Duft. Fang mit einer Futtersuche auf dem Rasen an, steigere in kleinen Stufen und hör nach fünf bis zehn Minuten auf. Danach braucht dein Hund Ruhe und Wasser.

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  1. Was ist Nasenarbeit beim Hund?
  2. Wie fange ich mit Nasenarbeit an?
  3. Welche Suchspiele gibt es, von leicht bis schwer?
  4. Wie bringe ich meinem Hund bei, einen Gegenstand zu suchen?
  5. Wie funktioniert die Suche nach einem bestimmten Geruch?
  6. Wie geht Nasenarbeit draußen und auf dem Spaziergang?
  7. Wie lange und wie oft sollte ich mit meinem Hund Nasenarbeit machen?
  8. Ist Nasenarbeit für jeden Hund geeignet?
  9. Ist Nasenarbeit dasselbe wie Kopfarbeit?
  10. Worauf muss ich bei Suchspielen achten?

Was ist Nasenarbeit beim Hund?

Nasenarbeit ist jede Beschäftigung, bei der dein Hund seinen Geruchssinn gezielt einsetzt, um etwas zu finden. Der Unterschied zum Schnüffeln auf dem Spaziergang: Es gibt eine Aufgabe, ein Signal für den Start und ein Ende mit Belohnung. Die Bandbreite reicht von ein paar Leckerli im Gras bis zu Hundesportarten wie dem Mantrailing, bei dem ein Hund der Spur eines bestimmten Menschen folgt.

Dass Nasenarbeit Hunden guttut, ist mehr als ein Gefühl. In einer Studie übten Hunde zwei Wochen lang täglich entweder Nasenarbeit oder Bei-Fuß-Gehen. Danach näherten sich die Hunde der Nasenarbeits-Gruppe einem mehrdeutigen Reiz schneller, ein Zeichen für eine optimistischere Stimmung. Bei den Fuß-Hunden änderte sich nichts (Duranton und Horowitz 2019). Die Autorinnen schließen daraus, dass mehr Zeit für die Nase das Wohlbefinden von Hunden verbessert.

Oft liest man, zehn Minuten Schnüffeln lasteten einen Hund so aus wie eine halbe Stunde Spaziergang. Eine Studie, die das misst, haben wir nicht gefunden. Richtig ist, dass konzentriertes Suchen anstrengt und viele Hunde danach ruhig werden. Einen Spaziergang ersetzt es nicht.

Wie fange ich mit Nasenarbeit an?

Mit einer Futtersuche, bei der dein Hund fast nicht scheitern kann. Du brauchst eine Handvoll Trockenfutter oder kleine Leckerli, ein ruhiges Stück Rasen oder einen Teppich und ein Wort für den Start, zum Beispiel „Such“.

  1. Lass deinen Hund zuschauen, wie du drei oder vier Stücke Futter dicht vor ihm auf den Boden legst.
  2. Sag „Such“ und zeig mit der Hand auf die Stelle. Lass ihn fressen und freu dich mit ihm.
  3. Wiederhole das ein paarmal. Dann streust du das Futter auf eine größere Fläche, sodass er die Stücke nicht mehr sehen kann und riechen muss.
  4. Nach etwa fünf Minuten beendest du die Suche mit einem festen Wort, etwa „Fertig“, und räumst auf, was übrig ist.

Das Startsignal ist wichtiger, als es aussieht. Es sagt deinem Hund: Jetzt darfst du suchen. Ohne Signal würde er bald überall nach Futter suchen, auch auf dem Esstisch. Mit Signal lernt er, dass Suchen ein gemeinsames Spiel mit Anfang und Ende ist.

Welche Suchspiele gibt es, von leicht bis schwer?

Nasenarbeit lässt sich in fünf Stufen aufbauen. Jede Stufe nutzt, was dein Hund in der vorigen gelernt hat. Geh erst weiter, wenn er die aktuelle Stufe mehrmals ruhig und erfolgreich geschafft hat.

Fünf Stufen der Nasenarbeit
StufeSuchspielSo geht esWeiter, wenn
1FuttersucheFutter auf Rasen oder Teppich streuen, Fläche langsam vergrößernEr sucht ruhig und gründlich statt hektisch
2Futterversteck im RaumEin Leckerli hinter einem Stuhlbein oder unter einer Decke, er schaut nicht zuEr findet drei Verstecke hintereinander ohne deine Hilfe
3GegenstandssucheEin bestimmtes Spielzeug suchen, Belohnung beim FindenEr bringt oder zeigt das Spielzeug, statt nur kurz zu schnuppern
4PersonensucheEin Familienmitglied versteckt sich im Haus oder GartenEr sucht Raum für Raum ab, statt nur herumzulaufen oder zu bellen
5GeruchssucheEinen bestimmten Duft, etwa einen Teebeutel, unter mehreren Dosen findenEr zeigt die richtige Dose zuverlässig an

Ein paar einfache Spiele für drinnen wie Muffinblech, Handtuch-Rolle oder Schnüffelkarton stellen wir in den Denkspielen für Hunde vor. Sie passen gut zu den Stufen 1 und 2.

Weißer Hund im Geschirr schnüffelt an lockerer Leine im Gras

Wie bringe ich meinem Hund bei, einen Gegenstand zu suchen?

Nimm ein Spielzeug, das dein Hund mag, aber nicht ständig hat. Es bekommt einen eigenen Namen und wird nur zum Suchen benutzt. So bleibt es besonders.

  1. Spiel kurz mit dem Spielzeug und leg es dann gut sichtbar zwei, drei Meter weg. Sag „Such“ und belohne, sobald er es mit der Nase berührt oder aufnimmt.
  2. Leg es als Nächstes halb verdeckt hin, etwa unter den Rand einer Decke.
  3. Dann versteckst du es, während er in einem anderen Raum wartet. Am Anfang nur an Stellen auf Nasenhöhe.
  4. Später darf das Versteck höher, tiefer oder in einem anderen Zimmer liegen. Draußen fängst du wieder ganz leicht an.

Belohne beim Fund großzügig, mit Futter oder einem kurzen Zerrspiel. Wenn dein Hund das Spielzeug noch nicht abgibt, tausche es gegen ein Leckerli, statt es ihm wegzunehmen. Wie das Tauschen funktioniert, steht in der Liste der Hundekommandos unter dem Signal Aus.

Wie funktioniert die Suche nach einem bestimmten Geruch?

Dein Hund lernt, dass ein bestimmter Duft immer Belohnung bedeutet, und sucht ihn dann zwischen anderen Dingen heraus. Für zu Hause reicht ein Teebeutel einer kräftigen Sorte, etwa Pfefferminz. Er darf nur riechen, nicht kauen.

  1. Leg den Teebeutel in eine kleine Dose mit Löchern im Deckel. Halte sie deinem Hund hin. Sobald er daran schnuppert, markierst du und belohnst direkt an der Dose.
  2. Stell die Dose auf den Boden. Belohne jedes Schnuppern an ihr.
  3. Stell eine zweite, leere Dose daneben. Belohnt wird nur das Schnuppern an der Dose mit Duft.
  4. Warte jetzt, bis er an der richtigen Dose etwas länger verharrt. Daraus wird sein Anzeigen.
  5. Erhöhe langsam die Zahl der leeren Dosen und verändere ihre Reihenfolge.

Was ist Anzeigen?

Anzeigen heißt, dass dein Hund dir mitteilt, wo der Fund ist, ohne ihn anzufassen. Viele Hunde bleiben mit der Nase an der Stelle stehen, manche setzen oder legen sich davor. Lass deinem Hund die Form, die er selbst anbietet, und belohne sie. Kratzen, Beißen oder Bellen an der Fundstelle belohnst du nicht. Eine ruhige Anzeige ist bei der Futtersuche draußen später besonders praktisch, weil dein Hund Gefundenes nicht einfach frisst.

Wie geht Nasenarbeit draußen und auf dem Spaziergang?

Draußen ist die Nasenarbeit schwerer, weil Wind, Wildspuren und andere Hunde ablenken. Fang deshalb wieder mit Stufe 1 an, auch wenn dein Hund drinnen schon weiter ist.

  • Futtersuche im Gras: Eine Handvoll Futter auf einer Wiese verstreuen. Wenig Aufwand, viel Wirkung, gut auch an der Schleppleine.
  • Futterspur: Kleine Stücke im Abstand von ein, zwei Schritten auf einem Wiesenweg legen, am Ende ein besonderer Fund. Mit dem Wind im Gesicht deines Hundes ist es leichter.
  • Spielzeug im Laub: Das Suchspielzeug unter Blättern verstecken, während er an der Leine wartet.
  • Baumstamm-Suche: Ein Leckerli in die Rinde oder in eine Astgabel klemmen. Dein Hund lernt, auch nach oben zu suchen.
  • Schnüffelpausen: Lass ihn an spannenden Stellen in Ruhe riechen. Auch das ist Nasenarbeit, nur ohne Aufgabe.

Achte draußen auf Leinenpflicht und Schutzgebiete und such nicht dort, wo Wild sitzt. Ein Hund mit starkem Jagdtrieb bleibt bei Suchspielen im Freien an der Schleppleine. Wie du ihn zuverlässig zurückrufst, liest du im Ratgeber Rückruf üben.

Wie lange und wie oft sollte ich mit meinem Hund Nasenarbeit machen?

Fünf bis zehn Minuten am Stück reichen den meisten Hunden, einmal oder zweimal am Tag. In der Studie von Duranton und Horowitz übten die Hunde zwei Wochen lang täglich, die Dauer einer einzelnen Einheit ist für Familienhunde aber nicht erforscht. Die Werte in der Tabelle sind deshalb Erfahrungswerte aus der Praxis.

Richtwerte für die Dauer, Erfahrungswerte ohne Studienbeleg
HundDauer einer SucheWorauf du achtest
Welpezwei bis drei MinutenNur Stufe 1 und 2, danach Schlaf
Erwachsener Hundfünf bis zehn MinutenAufhören, solange er noch gern sucht
Älterer Hundfünf Minuten, gern öfterWeicher Boden, Verstecke auf Nasenhöhe
Hund mit kurzer Nasewenige Minuten, nur bei kühlem WetterAtmung beobachten, Pausen einlegen
Hund nach Operationnach Absprache mit der TierarztpraxisSuche im Liegen oder Stehen statt Laufen

Stell nach jeder Suche frisches Wasser hin und gönn deinem Hund danach eine Ruhepause. Hechelt er stark, läuft hektisch hin und her oder hört mitten in der Suche auf, war es zu viel oder zu schwer.

Ist Nasenarbeit für jeden Hund geeignet?

Ja, jeder Hund hat eine Nase, die er benutzen kann. Nasenarbeit eignet sich besonders für Hunde, die viel Bewegung nicht vertragen, für ältere Hunde, für ängstliche Hunde, die draußen wenig zur Ruhe kommen, und für Tage, an denen der Spaziergang kurz ausfällt.

Rücksicht brauchen Hunde mit stark verkürzter Nase. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz beschreibt, dass bei Rassen wie Mops oder Französischer Bulldogge verengte Nasenlöcher und Veränderungen im Rachen die Atmung erheblich erschweren können. Viele dieser Hunde atmen teils dauerhaft über das Maul, unter Belastung und bei Wärme überhitzen sie leicht. Für sie gilt: kurze Suchen, kühle Tageszeiten, viele Pausen. Wenn dein Hund schon in Ruhe röchelt oder schnarcht, sprich die Atmung in der Tierarztpraxis an.

Ist Nasenarbeit dasselbe wie Kopfarbeit?

Nasenarbeit ist ein Teil der Kopfarbeit. Unter Kopfarbeit fällt alles, bei dem dein Hund nachdenken muss: Denkspiele, Tricks und eben die Suche mit der Nase. Bei der Nasenarbeit löst er die Aufgabe über den Geruch, bei Denkspielen oft über Ausprobieren mit Pfote und Schnauze, bei Tricks über die Zusammenarbeit mit dir.

Für Abwechslung lohnt sich ein Mix. Ideen für Denkspiele findest du in den Denkspielen für Hunde, Anleitungen für Tricks unter Hundetricks beibringen.

Worauf muss ich bei Suchspielen achten?

  • Futter vom Tagesbedarf abziehen. Wer viel sucht, frisst sonst nebenbei zu viel.
  • Nur Futter, das dein Hund verträgt. Keine Schokolade und nichts mit dem Süßstoff Xylit. Mehr dazu in den Denkspielen für Hunde.
  • Nur deine Verstecke. Bring deinem Hund bei, nur auf dein Signal und nur nach deinen Verstecken zu suchen. Draußen kann er sonst Giftköder oder Essensreste finden.
  • Mehrere Hunde getrennt suchen lassen. Wo Futter liegt, kann es Streit geben.

Quellen

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Was ist Nasenarbeit beim Hund?

Nasenarbeit ist jede Beschäftigung, bei der dein Hund auf ein Signal hin gezielt mit der Nase sucht, etwa nach Futter, einem Spielzeug, einem Menschen oder einem bestimmten Duft. Sie hat einen klaren Anfang, eine Aufgabe und ein Ende mit Belohnung.

Wie fange ich mit Nasenarbeit an?

Mit einer leichten Futtersuche. Leg ein paar Stücke Futter sichtbar vor deinen Hund, sag „Such“ und lass ihn fressen. Dann streust du das Futter auf eine größere Fläche, sodass er riechen muss. Nach etwa fünf Minuten beendest du die Suche mit einem festen Wort.

Welche Suchspiele kann ich mit meinem Hund in der Wohnung machen?

Futter auf dem Teppich streuen, Leckerli hinter Stuhlbeinen verstecken, ein Spielzeug im Nebenraum suchen lassen oder einen Teebeutel unter mehreren Dosen finden. Fang leicht an und steigere die Schwierigkeit erst, wenn dein Hund sicher findet.

Wie lange sollte ich Nasenarbeit mit meinem Hund machen?

Fünf bis zehn Minuten am Stück reichen den meisten erwachsenen Hunden, Welpen zwei bis drei Minuten. Das sind Erfahrungswerte, keine Studienergebnisse. Hör auf, solange dein Hund noch gern sucht, und gönn ihm danach Wasser und Ruhe.

Lastet Nasenarbeit einen Hund aus?

Ja, konzentriertes Suchen ist anstrengend, und viele Hunde sind danach ruhig. Eine Studie zeigte außerdem, dass Hunde nach zwei Wochen täglicher Nasenarbeit optimistischer reagierten. Einen Spaziergang ersetzt Nasenarbeit trotzdem nicht.

Ab wann kann ein Welpe Nasenarbeit machen?

Ab den ersten Tagen, mit sehr leichten Aufgaben wie Futter auf einem Handtuch oder im Gras. Zwei bis drei Minuten genügen. Alles, was er zerkauen könnte, gibt es nur unter Aufsicht.

Was ist der Unterschied zwischen Nasenarbeit und Mantrailing?

Mantrailing ist eine besondere Form der Nasenarbeit, bei der ein Hund an langer Leine der Spur eines bestimmten Menschen folgt. Das lernt man meist in einem Verein oder Kurs. Nasenarbeit umfasst daneben auch einfache Futter-, Gegenstands- und Geruchssuchen für zu Hause.

Welcher Duft eignet sich für die Geruchssuche?

Für zu Hause ein Teebeutel einer kräftigen Sorte in einer Dose mit Löchern. Dein Hund soll nur riechen, nicht kauen. Nimm für jede Übung denselben Duft, damit er weiß, wonach er sucht.

Wann sollte ich wegen der Nasenarbeit zur Tierarztpraxis?

Ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an, wenn dein Hund bei der Suche etwas Giftiges oder Unbekanntes gefressen hat. Lass ihn untersuchen, wenn er schon nach kurzer Suche röchelt, stark hechelt oder sich nicht erholt.